Alles Rodeln, oder was? (The Day After IV)
Inzwischen kann man ja ruhigen Gewissens sagen: 'Alle Jahre wieder'. Das
erste Listenskifahren der Coffeehouse-Liste
war ja ein voller Erfolg, genauso wie die sommerlichen Listentreffen. Damit auch die
verhinderten Teilnehmer wissen was ihnen entgangen ist und damit die tatsächlichen
Teilnehmer ihre eventuellen Erinnerungslücken schliessen können gibt es natürlich
wieder eine Nachschau. Jetzt aber genug der Vorrede.
Das Dramatis Personae: Reinhold Becker, Claudius Ceteras, Stefan Häsler, Herbert Hahn,
Peter Koen, Matthias Kreuziger, Hans-Georg Reiter, Andreas Roth,
Stephan Schuhmann, Bernhard Spuida (meine Wenigkeit), Christoph Wille, Alexander Zeitler.
Besonders herzlich begrüßt seien die erstmaligen Teilnehmer.
Freitag - Aufwärmen
Die Anreise verlief diesmal für alle Teilnehmer glatt, die Rodel waren rechtzeitig
organisiert und Herbert schaffte es tatsächlich noch eine ganze Kiste "Glengabräu"
zusammenzuschnorren. Man traf sich also pünktlich
um 19h vor der Jugendherberge um zum ersten Programmpunkt des Abends aufzubrechen -
"Mary's Weinstadl" in Bad Goisern. Zusätzlich waren zwei 400g Gläser
extrascharfe Pfefferonischoten dabei - dazu später mehr. Der Weinstadl ist ein
ehemaliges Kohlenlager neben dem Bahnhof. Das hört sich zwar vielleicht nicht sooo
toll an, ist es aber: ausgezeichnete Weine, leckeres Futter und moderate Preise in
einem liebevoll gestalteten winzigen Gasthaus. Nachdem wir uns dort mit Bratlbrot,
Käsbrot und Käseplatte gestärkt hatten machten wir uns gegen 22h
auf den Weg zu einer Institution:
Judy's Würstelstand. Die Begrüssung: "Wie gehts der EDV?" deutet an, daß
diverse Teilnehmer Judy aus welchen Gründen auch immer in Erinnerung geblieben
waren... Judy bekam eines der beiden Pfefferonigläser überreicht auf daß
seine "Scharfe scharf scharf" auch wirklich mit scharfem Gemüse serviert werden
kann. In der Tat sehr lecker - die Pfefferoni sind vielleicht nicht als Kartoffelchipersatz
zum Knabbern geeignet, aber man kann sich durchaus dran gewöhnen.
Nächster Stop war wie (inzwischen) immer das Segafredo, leider diesmal an einem
strategisch ungünstigen Tisch - keine Möglichkeiten für Stefan H.
seine Fotosammlung holder Ischler Weiblichkeit auszubauen. Danach ging es in das
wegen Umbau leider zeitweilig verkleinerte K.u.K. Hofbeisl, wo man sich weiter
Konversation und Getränken hingab. Der Abschied von dort fand nach dem Leistungswillen
bzw. der Vergnügungssucht der Anwesenden in Hinsicht auf den Samstag statt.
Aus gut unterrichteten Kreisen hört man daß Herbert so irgendwann um 7h heimgekehrt
sein soll...
Samstag - Ski und Rodel gut
Die wenigen Skifahrer - Christoph, Hans-Georg, Peter und Reinhold - brachen um 8h an einem
wolkenlos strahlenden Morgen auf, wobei allerdings Peter vom Vorabend noch ein
wenig konditionell angegriffen war. Weniger als zwei Stunden Schlaf sind der
Ski-kondition nicht unbedingt förderlich, ebenso wie der Orientierungssinn
ein wenig angegriffen wird. Der Güterbahnhof liegt definitiv nicht in
Richtung Gosau West. Andererseits weckten ihn seine Skistiefel
gründlich auf - bei weniger als minus 20 Grad im Auto gelassen... Das erfrischt!
Derweil schliefen die Rodler noch, um sich schliesslich um 11h zu treffen. Früher
wäre nicht sinnvoll gewesen da a) die Hütte an der Rodelstrecke erst um
14h öffnet, b) eventuelle Konditionsprobleme aufgetreten wären. Vor dem Aufbruch
allerdings erfuhr der Verfasser dieser Zeilen (Handy sei Dank!) daß unsere
unverzagten Skifahrer eine Stunde im Lift festhingen - bei minus 23 Grad und im
Schatten wahrlich nicht angenehm. Brrrr!
Auf dem Weg zur Rodelstrecke "Trockenthann" in Bad Goisern wurde im Ortskern
noch ein Zwischenstop eingelegt um Leberkässemmeln zu bunkern und
Brandbekämpfungsmassnahmen durchzuführen. Man staune: Herbert trank
ohne äussere Einflussnahme zwei Fanta - letztes Jahr genügte noch eines...
Aber dieses Jahr gibt es ein Beweisfoto (hier)!
Im Sydler, a.k.a. "Gasthaus zum Bären" - dort fand dieser denkwürdige Moment statt -
fanden wir auch das passende Motto für das Wochenende auf einem Bierdeckel:
Nachdem Reinhold sich ebenfalls erfolgreich ein Paar Leihski ergattert hatte und die
Halbtagskarten (nach 20 Jahren Skipause könnte die Kondition eventuell nicht
perfekt sein) gekauft waren, konnte der Skitag unter Scherzen bezüglich der
Pausen des Liftes - wie oft bleiben wir bis oben stecken, 23 oder 42 mal? - beginnen.
De facto war eine Stunde und 24 Stops später der Gipfel erreicht. Das wunderbare
Wetter und die perfekten Schneeverhältnisse entschädigten allerdings reichlich für
die im Lift erlittene Unbill, wie man den Beweisfotos
ansieht.
Nach einer halben Stunde Aufstieg kam die trotz ca. minus 15 Grad unverzagte
Rodlertruppe bei der "Sperrerhütte" an, die im oberen Teil der Strecke liegt.
In der urigen Stube war aufwärmen angesagt, nicht zuletzt dank teilweise inadäquater
Ausrüstung. Herbert (wieder einmal Herbert) hatte im morgendlichen "Bodennebel"
statt der Winterstiefel normale Halbschuhe erwischt und musste sich von der
Hüttenwirtin eine kurze aber aussagekräftige Standpauke anhören.
Wäre er Goiserer gewesen hätte sie ihm aus pädagogischen Gründen
physikalische Gewalt angetan... Und man staune: er trank Früchtetee, trotz
ungläubiger Nachfragen 'ohne irgendwas drin'! Nachdem alle wieder aufgewärmt
waren ging es noch ein kurzes Stück weiter zur Vereinshütte des Rodelvereins
die gleichzeitig auch als Starthaus für die WM-Rodelstrecke dient. Die eher
weniger sportlichen verblieben dort, Claudius, Stephan Sch. und Bernd beschlossen
zu rodeln und Stephan H. rodelte immerhin bis zur unteren Hütte. Stephan Sch.
zeigte eindrucksvoll wie man mit einem Rennrodel *nicht* in eine Kurve geht - passiert
ist gottlob nichts. Er fand auch die Rodel ohne Probleme wieder da noch die Schnur
aus dem Schnee schaute.
Immerhin erreichten unsere heroischen Skifahrer die Überfahrt nach Annaberg
bevor sie umkehrten. Peter gab als erster auf, dem Kanonenrohr
sei dank. Während er sich bereits vor der Hütte auf der Zeishofalm sanierte,
wollten die anderen unverzagt noch weiter den Tag geniessen bevor sie sich ihm
letztendlich auch zugesellten. Nach einer erholsamen Pause in der Sonne - es war
ja im Vergleich zum Morgen richtiggehend warm - fuhr man gemeinsam talwärts.
Ein gemeinsames Kaffeetrinken nach einem tief empfundenen "wir legen uns mal eine
halbe Stunde hin" von Peter und Reinhold fand schliesslich ohne die beiden statt.
Sie schliefen immerhin zwei Stunden durch. Es sei ihnen vergönnt.
Gegen 16h brachen die Rodler denn letzten Endes aus der Hütte auf und sausten
grossteils unbeschadet talwärts.
Andreas und Stephan H. steigen unterwegs dreimal ab, wobei sie einmal von einem
älteren Ehepaar Starthilfe benötigten um wieder in Schwung zu kommen.
Alexander wurde von einem überaus schwungvollen Stephan Sch. zwar beim
Absteigen von der Rodel auf dem Parkplatz überfahren, es passierte jedoch
nichts. Aber seit dem ersten Listentreffen gehören Stunteinlagen ja dazu.
Après Ski & Rodel
Treffpunkt: "Bistro Oriental", Futter fassen. Und das zusammengeschnorrte
Glengabräu geniessen, das wir dort am Vortag eingekühlt hatten. Lecker wars, auch wenn
Herbert (schon wieder er!) das zweite Glas Pfefferoni zuhause vergessen hatte.
Immerhin hatten wir ja unser spezielles Chilipulver hinterlegt, es war also pikant
genug. Es
stellte sich nebenher auch heraus, daß CD-ROMs Glengabräu-fest sind, ein kleiner Hinweis
darauf daß der Abend recht lebhaft war. Auch die Konversation, die
sich dieses mal ausnahmsweise um moderne Hardware drehte war angeregt. Zu
später Stunde vertagte sich der harte Kern ins K.u.K. wo wir gemeinsam unter
der - sagen wir bemerkenswerten - Musikauswahl litten.
Sonntag - Kaffee und Bilder
Das traditionelle gemeinsame Kaffeetanken war die Devise. Natürlich wie immer
im 'Zauner'. Dort wurden auch die Fotos auf CD gebannt und verteilt - erstmalig
bei einem Listentreffen. Ein einziger - wer wohl? - Teilnehmer fand den Weg ins
Zauner nicht.
Fein war's wieder, Spaß hat's gemacht, die Kälte wurde unbeschadet
überstanden und der Muskelkater war auch nur halb so schlimm. Die Rückreise
bzw. Weiterreise zum .NET Day in Wien war schneebedingt spannend, aber für
alle ohne grössere Probleme. Bis zum nächsten Mal!
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